Newsletter-Flut im E-Commerce? So automatisiere ich das mit n8n

Gerade im E-Commerce bewegt sich alles so schnell, dass es schwer ist, wirklich hinterherzukommen. Und wenn man dann noch bedenkt, wie viele Regulierungen und Pflichten wir in Deutschland und der EU haben, ist es fast unvermeidlich, irgendwann etwas Wichtiges zu verpassen.

Ich geb’s zu: Mir ist das schon passiert. Gleich zweimal. Eine Änderung rund um den OS-Link? Viel zu spät mitbekommen. Ironischerweise war das genau der Punkt, bei dem ich früher schon einmal abgemahnt wurde – damals, weil der Link in einem eBay-Artikel nicht anklickbar war. Und jetzt fast wieder übersehen. Dieses Mal zum Glück ohne Abmahnung, aber nur, weil ich zufällig davon erfahren habe.

Also, woher soll man die relevanten Infos holen? Ich will nicht zig Seiten abklappern, jeden Newsletter lesen oder irgendwelche News-Videos auf YouTube schauen. 90% davon interessiert mich nicht.

Und hier kommt n8n ins Spiel. Lösung: eine separate Gmail-Adresse, alle Newsletter dahin, und dann automatisiert sortieren, filtern und zusammenfassen lassen.

In diesem Beitrag zeige ich, wie ich das aufgesetzt habe, worauf man achten sollte und wie man sich eine Menge Zeit und Nerven spart.


Was am Ende rauskommen soll

Fangen wir mit dem Ziel an: Was will ich eigentlich erreichen?
Ich möchte ein- bis zweimal pro Woche komprimierte Zusammenfassungen der für mich relevanten Infos erhalten – schnell skimmbar, damit ich in wenigen Sekunden sehe, ob etwas wichtig ist oder nicht. Das Ganze soll mich maximal zehn Minuten pro Woche kosten. Wenn etwas interessant ist, kann ich später tiefer einsteigen. Das ist dann ein separates Problem.

Zuerst geht es aber darum, die eingehenden E-Mails sinnvoll zu filtern. Ich will konkrete Informationen zu E-Commerce und KI-Themen – alles andere kommt raus. Außerdem möchte ich diese Themen strikt getrennt haben, damit sich E-Commerce-Updates und KI-News nicht vermischen. Und ganz wichtig: Werbemails und sonstige irrelevante Mails werden komplett aussortiert.

Im nächsten Schritt muss das Ganze dann in ein Format gebracht werden, das gut lesbar ist. Es geht mir nicht darum, eine hübsche Newsletter-Vorlage zu bauen, sondern um eine klare, übersichtliche Mail mit sauberen, schnellen Zusammenfassungen der Woche.

Das Setup

n8n ist hier das perfekte Werkzeug. Es bietet alles, was wir brauchen: Workflow-Automatisierung, Zugriff auf externe Dienste wie Gmail und eine saubere KI-Integration. Etwas Eigenes dafür zu coden wäre unnötiger Overkill – und ganz ehrlich, mit n8n geht das hundertmal schneller.

Also nutzen wir n8n, um die E-Mails abzuholen, Labels zu setzen und sie aufzubereiten.

Für die Klassifizierung der E-Mails und die Zusammenfassungen kommt dann KI ins Spiel. Und dafür braucht es nichts Kompliziertes – ein simples GPT-4.1-mini reicht völlig aus. Warum? Weil es günstig ist und für diese Art von Aufgabe mehr als genug Intelligenz mitbringt.

Ich nutze dafür meinen OpenRouter-Account. Dort kann man aus einer Reihe von Modellen wählen, also greifen wir direkt darauf zu.

Der Workflow im Detail

1. E-Mails abrufen

Wir holen uns nur ungelesene Nachrichten. Gmail-API anbinden, Konto auswählen – n8n hat hier sehr gute Dokumentation, das ist in wenigen Minuten erledigt.

2. Klassifizierung der E-Mails

Eigentlich wollte ich die „Text Classifier“-Node nutzen, aber die gibt mehrere Labels zurück. Das will ich hier nicht.
Lösung: eine eigene „Basic LLM Chain“-Node, die jede Mail sauber einer Kategorie zuordnet:

– Amazon
– Marketplaces
– E-Commerce
– Regulations
– AI
– Offers
– Other

Kein Schnickschnack, eindeutige Zuordnung.

3. Label in Gmail setzen

Für jedes Label gibt es eine eigene Gmail-Node. Ich nutze einen Switch, der anhand der Klassifizierung das passende Label setzt.
Danach müssen wir die Datenströme wieder zusammenführen, sonst würde n8n später pro Label eine eigene Mail schicken. Deshalb ein Merge-Step.

4. Nachrichten als gelesen markieren

Wenn sie sortiert und gelabelt sind, können wir sie direkt abhaken.

5. Daten extrahieren und filtern

Mit der „Edit Fields“-Node hole ich mir genau die Felder, die ich später brauche. Dann filtere ich alles raus, was nicht relevant ist: „Other“ und „Offers“.

6. Mails zusammenfassen

Newsletter enthalten meistens viel Fülltext. Links, Marketing-Text, Scroll-Noise. Der Agent fasst jede Mail auf zwei bis drei Sätze zusammen. Nur das Wesentliche bleibt.

7. KI- und E-Commerce-Themen trennen

E-Commerce-News teile ich mit meinem Geschäftspartner, KI-News sind für meine Agentur. Ein einfacher IF-Block trennt die Streams.

8. HTML-Format erzeugen

Aus den Einträgen mache ich eine Liste, gebe jedem Element ein kleines HTML-Gerüst und füge alles zu einem Block zusammen. Kein Design-Preis, nur schnell und gut lesbar.

9. Digest versenden

Am Ende landet das Ganze als kompakte E-Mail in meinem Posteingang – fertig.

Warum sich der Aufwand lohnt

Wir bekommen jetzt einmal pro Woche eine kompakte Zusammenfassung aller Newsletter, die wir abonniert haben. Andere Leute sammeln die Informationen, und wir profitieren davon – ohne alles selbst lesen zu müssen.

In der finalen Mail lasse ich den Titel der ursprünglichen Nachricht sowie die Absenderadresse drin. Falls etwas wirklich relevant ist, kann ich die Original-Mail sofort finden und tiefer eintauchen.

Natürlich muss man die Newsletter vorher abonnieren. Das war schnell erledigt: kurz recherchiert, ein paar Empfehlungen eingeholt, meine eigene Top-10 zusammengestellt und eingetragen. Fertig.

Wir haben uns damit einen Workflow gebaut, der die wichtigsten Infos automatisiert verarbeitet und sinnvoll aufbereitet – ohne manuell jedes Newsletter-PDF, jeden Werbeblock oder jedes Template durchsuchen zu müssen.

Das Setup ist leicht erweiterbar und funktioniert nicht nur im E-Commerce-Bereich. Jeder Bereich mit hohem Informationsvolumen kann davon profitieren.

Keine übertriebene „AI Magic“, keine fancy Prompt-Konstrukte. Einfache Modelle, einfache Tools, zuverlässig umgesetzt. Und genau darum funktioniert es.

Fazit

Für mich ist diese Automatisierung ein echter Lebensretter. Ich kann mich schnell auf den neuesten Stand bringen und lasse keine wichtigen Informationen mehr durchrutschen. Wenn ich einen neuen Newsletter hinzufüge, wird er automatisch mitverarbeitet. Das System ist im Grunde unendlich erweiterbar.

Ich bekomme alles mit: welche Tools gerade spannend sind, welche neuen Anforderungen oder Ideen aus Brüssel kommen und welche Änderungen demnächst auf Händler zukommen. Kein Gesetz, keine Neuerung, kein Trend entgeht mir – und ich bleibe ohne Stress auf dem Laufenden.

Wenn jemand den Workflow haben möchte, einfach eine Nachricht über das Kontaktformular schicken. Ich gebe den Export als JSON gern weiter.

Parallel arbeite ich gerade am nächsten Workflow, und bald folgt auch ein Deep-Dive-Video dazu auf meinem YouTube-Kanal. Wenn du das nicht verpassen willst, abonniere meinen Newsletter.

Danke fürs Lesen. Weitermachen.

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